Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1971

 

Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1971
2. Aufl., 294 S., Leinen
Preis Euro: 21,-

ISBN 13: 978-3-920421-10-0
Verlag: Hansa Verlag

 

a, vielleicht treffen sich die äußeren und inneren Umstände nie so wieder . . . Ein solcher Anspruch scheint fast monomanisch hoch zu greifen; er gewinnt jedoch an durchaus neutralem Gewicht durch den Umstand, daß zahlreiche bedeutende Geister der Zeit sich in ihm einig waren. Was sie damals nur ahnten, wird heute in großangelegten Analysen wie in den >Fluchtlandschaften< von Wolf-Dieter Bach zu erstaunlichen Befunden geführt. Zu den frühen Delikten, die Mays Leben bis ins Alter überschattet und in seinem Werk tiefe Spuren hinterlassen haben, liefert Klaus Hoffmann erstmals eine aus der zeitgenössischen Presse erarbeitete Dokumentation, und in den Vorläufigen Bemerkungen über die Straftaten Karl Mays< hat der Herausgeber versucht, die nüchternen Fakten im Zusammenhang mit dem späteren Leben Mays und seiner schriftstellerischen Arbeit zu interpretieren. Zum Thema der sagenumwobenen Reisen Karl Mays bringt Hainer Plaul einen auf authentische Dokumente gestützten Bericht über Mays Aufenthalt zwischen Ende 1862 und Ende 1864. Die für Karl Mays späteres Werk so folgenreiche Orientreise haben Hans Wollschläger und Ekkehard Bartsch mit größter Akribie rekonstruiert. Ernst Bloch, der Karl May einen "der besten deutschen Erzähler" nannte, hat eine ältere Arbeit über die >Urfarbe des Traums" in den Abenteuererzählungen Mays zur Verfügung gestellt. Blochs Neigung zu Karl May ist mehr als eine Jugenderinnerung; sie wird durch den utopisch-revolutionären Impuls seines philosophischen Werkes legitimiert: "Träumt also Kolportage immer, so träumt sie doch immerhin Revolution, Glanz dahinter." Wie richtig das gesehen war, zeigt Heinz Stoltes Untersuchung über >Waldröschen<. In der Tat spiegeln die Kolportageromane, die von Karl May später verstoßenen Werke seines Anfangs, mit der ganz kunstlosen, barbarischen Kraft "reißender Märchen" Anpassung und Widerstand, Ergebung, Aufruhr und erträumten Triumph der Unterschicht des beginnenden Industriezeitalters wie kaum ein anderes Zeugnis aus der literarischen Subkultur jener Zeit.

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