Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1982

Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1982

307 S., Leinen
Preis Euro: 21,-

ISBN 978-3-920421-42-1
Verlag: Hansa Verlag

 

DAS ZWÖLFTE JAHRBUCH der Karl-May-Gesellschaft untersucht Werk und Leben Karl Mays in den vielfältigsten Zusammenhängen. Gegenstand umfassender Analysen sind vor allem Mays Reiseerzählungen, die bis heute seine wirkungsmächtigsten Arbeiten geblieben sind: der große Orientzyklus der ersten sechs Bände (Ilmer), die Scout-Geschichte, die später in die Winnetou-Trilogie eingegangen ist (Lowsky), der dreibändige Roman "Satan und Ischariot" (Ueding) und die Jugenderzählungen vom "Geist des Llano estakado" (Schmiedt) und vom "Sohn des Bärenjägers" (Kosciuszko). Sehr unterschiedlich sind auch die Aspekte, unter denen Mays schriftstellerische Erscheinung behandelt wird: Wir sehen ihn gewürdigt als Erneuerer metaphysischer Rettungsentwürfe (womit Ueding einen ganz neuen Zugang zu Karl May eröffnet), als exotisch vermummten Protokollanten eigener seelischer Konflikte (Ilmer), als europamüden Abenteuerschriftsteller in der Tradition der Amerika-Romane des 19. Jahrhunderts (Lowsky), als Virtuosen des epischen "Spiels mit Räumen" (Schmiedt), als Humoristen (Stolte), als Lyriker (Lorenz) und als dichterischen Verwerter und Verwandler völkerkundlicher Quellenwerke (Kosciuszko). Mehrere Beiträge interpretieren Karl May im Kontext der Literaturgeschichte: im Vergleich mit Fontanes "Quitt" (Lowsky), auf dem Hintergrund seiner Jugendlektüre von Vulpius' "Rinaldo Rinaldini" (Jeglin), als Gestalter des Topos vom "Untergang des Schuldlosen" (Wiegmann) und im Verhältnis seines Spätwerks "Ardistan und Dschinnistan" zu Ernst Jüngers "Marmorklippen" (Scholdt). Daneben stehen biographische und wirkungsgeschichtliche Studien: über Mays Beziehungen zu seinem Regensburger Verleger Pustet, in dessen "Deutschem Hausschatz" ein großer Teil seiner Romane zuerst erschienen ist (Vinzenz), über die Fehden mit Pater Pöllmann, einem seiner schärfsten Kritiker (Hatzig/ Klußmeier) und über den Streit um Karl May zur Hitler-Zeit (Heinemann). Ein Literaturbericht (Schmiedt) und das alljährliche Referat über die Arbeit der Karl-May-Gesellschaft (Heinemann) unterrichten den Leser über den jüngsten Stand der Karl-May-Forschung. Die Komplexität der literarischen Erscheinung Karl Mays, den man noch vor wenigen Jahren für nichts als einen trivialen Jugendschriftsteller glaubte halten zu dürfen, findet in diesem Jahrbuch erneut eine eindrucksvolle Darstellung. Sowohl für den May-Freund als auch den May-Forscher ist deshalb auch das Jahrbuch 1982 eine ertragreiche Publikation.

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