Kaiserslautern

Kaiserslautern

Ein Lesebuch

Hrsg. von Diethard H. Klein

159 Seiten, broschiert

Euro 8,95

ISBN 978-3-88042-447-0

Husum Verlag

 

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Als "Barbarossastadt", regsames industrielles Zentrum und inzwischen auch Universitätsstadt "im grünen Kranz der Wälder" genießt Kaiserslautern seit langem einen guten Ruf. Und wenn sich auch beim Zusammentragen der Texte für diesen Band zeigte, daß berühmte Dichter oder bekannte Reiseschriftsteller (aus deren Werken wir zu den vielen deutschen Städten, denen in dieser umfangreichen Serie von Stadtlesebüchern nun schon Titel gewidmet wurden, sonst zitieren konnten) sich kaum einmal über die pfälzische Metropole äußerten, so ist doch die Fülle der heimischen Literaten, die die Atmosphäre der Stadt preisen oder Episoden aus ihrer reichen Geschichte schilderten, fast übergroß. So groß und rege war und ist das literarische Wirken in Kaiserslautern tatsächlich, daß wir - da nun einmal der Höchstumfang eines solchen Bandes innerhalb der Reihe festgelegt ist - schließlich ganz auf ein Kapitel verzichten mußten, das auf das Umland mit seinen Wander- und Erholungsmöglichkeiten und seinen Reichtum an historisch bedeutenden Stätten einging. Im Eingangskapitel nennt immerhin Baedeker Kaiserslautern "eine der ansehnlichsten Städte der Pfalz", ältere Lexika wissen viel Informatives aus dem neunzehnten Jahrhundert zu berichten, und der weit herumgekommene Schwarzwälder Pfarrer Heinrich Hansjakob rühmt an der "ehrwürdigen Stadt des Kaisers Barbarossa" den "Charakter französischer und elsässischer Städte". Dann geht es um die großen Namen: Friedrich Rückert besingt Kaiser Barbarossa, Oskar von Redwitz ist mit einer kurzen Probe aus seinem in Kaiserslautern entstandenen Bestseller "Amaranth" vertreten, Max Braun-Rühling erinnert an einheimische Minnesänger und Johann Georg Lehmann an gelehrte Männer aus Kaiserslautern; einen eindrucksvollen Bericht über sein Wirken an der berühmten Kameralschule liefert Johann Heinrich Jung-Stilling, und schließlich fehlt auch Fritz Walter nicht. Das Kapitel "Stadtbummel einst und heute" eröffnet Matthäus Merian mit einer Schilderung der Kaiserpfalz, viele der ehemals bedeutenden Bauten, verschwundene Stadttore und malerische Straßenzüge, aber auch das Stadtbild prägende Gebäude der Gründerzeit und Dominanten der modernen Stadtplanung lernen wir in Darstellungen aus verschiedenen Epochen kennen. Das anschließende Kapitel gilt der reichen Stadtgeschichte - vom sagenhaften Ursprung über die Erhebung zur freien Reichsstadt, die Reformation, das Ungemach des Dreißigjährigen Krieges mit schwedischer, kroatischer und spanischer Besetzung, die "Schwarze Nacht" von 1792 und den preußischen Sieg über die Franzosen vom gleichen Jahr, die Revolution von 1848/49 bis zu den separatistischen Bestrebungen der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts, der Verwüstung im Zweiten Weltkrieg und der Wiederaufbauleistung danach.
Heiterer wird es glücklicherweise dann, wenn es um "Kunst, Kultur und Volksvergnügen" geht. Dabei kommt die Bedeutung der Stadt als langjähriges Kultur- und Bildungszentrum (mit Kameralakademie, Lehrerakademie, Gewerbemuseum, Theater) keineswegs zu kurz, aber die Texte von J. G. Lehmann über die "geselligen Verhältnisse und Belustigungen" der Lauterer oder von 'Casimir' über ein Theaterereignis oder über die heimische Fassenacht in alter und neuer Zeit sind doch auch erfreulich unterhaltsam. Gleiches darf vom Folgekapitel gesagt werden, das der Mundartdichtung gewidmet ist; da kommen Autoren der Jahrhundertwende und Zwischenkriegszeit wie Paul Gelbert oder Paul Münch ebenso zu Wort wie Zeitgenossen, etwa Michael Bauer, Peter Jochen Degen oder Ludwig Frölich. Anschließend kann der Leser in zeitgenössischen Beiträgen aus verschiedenen Epochen oder auch kundigen Zusammenfassungen den Aufstieg zur aktiven Industrie- und schließlich zur Universitätsstadt mitverfolgen: Texten über die großen Firmen, die den Namen der Stadt bekannt machten (u. a. von Stadtarchivar i. R. Heinz Friedel, dessen Vater Franz schon mit einem anschaulichen Bericht über die Nöte der Kriegs- und Nachkriegszeit vertreten ist), die Bedeutung der Stadt als NATO-Garnison - und nicht zuletzt einem Aufruf Oberbürgermeister Vondanos an die Bürger seiner Stadt, Wohnraum für die Studenten zur Verfügung zu stellen.

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