In einer imaginären Reise führt dieses Haus- und Heimatbuch durch Pommern und die „ursprünglichen Kreise“ der Neumark nördlich der Warthe (Gebiete Westpreußens und der Provinz Posen, die 1922 zur „Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen“ vereinigt und in ihrem nördlichen Teil 1938 Pommern zugeschlagen wurden, haben wir bereits im „Ostpreußischen Hausbuch“ behandelt). So nimmt also unsere Reise, bei der in alten Texten und Illustrationen (von Lubinus, Merian u. a.), aber auch Schilderungen aus den letzten Jahrzehnten ein lebendiges und vielseitiges Bild der Schönheiten, Besonderheiten und der bewegten Geschichte des Pommernlandes entsteht, folgenden Verlauf:
Von der Hauptstadt Stettin führt der Weg über Grabow und Jasenitz, Swinemünde und Usedom zur Insel Rügen mit ihren zahlreichen, von Dichtern und Künstlern besungenen Naturschönheiten. Über das Land zwischen Saaler Bodden, Trebel und Greifswalder Bodden geht es in die alten Städte Stralsund, Greifswald und Wolgast und dann nach Süden zur Peene, Tollense und Ucker. Dann treten wir in die Neumark ein mit Königsberg und Soldin, Landsberg und Arnswalde, dem geschichtsträchtigen Küstrin und dem Schlachtort Zorndorf, mit Warthe- und Netzebruch. In der romantischen Seenlandschaft um Neustettin, Tempelburg und Dramburg erreichen wir Hinterpommern, wo unser Weg erst westlich nach Stargard, Greifenhagen und Gollnow führt und dann über Naugard und Plathe, Schivelbein und Belgard zum Land an der Leba. Über Stolp, lange Residenz des hinterpommerschen Teilfürstentums, kehren wir zur Küste und ihrem Hinterland zurück und erreichen dort über Schlawe, Rügenwalde und Köslin die altberühmte Festung Kolberg, schließlich über Treptow und Greifenberg den frühen Bischofssitz Cammin und endlich Wollin, wo vor über tausend Jahren die Jomsburg der dänischen Wikinger stand.
Nur in groben Zügen konnte die Reiseroute hier umrissen werden – mehr als 350 Orte, die ausführlich geschildert werden oder in zusammenfassenden Darstellungen, Berichten über historische Ereignisse und Entwicklungen oder auch im einen oder anderen Gedicht zur Geltung kommen, umfaßt das Register auf den letzten Seiten des Bandes.
Ähnlich umfassend ist auch die Liste jener Autoren, die wir im Anhang mit Lebenslauf und Werken vorstellen und deren Texte anschaulich und informativ, liebevoll und begeistert Pommern einst und heute schildern. Neben vielen, die sich in ihrer pommerschen Heimat einen Namen machten, wollen wir hier nur folgende erwähnen: Ernst Moritz Arndt, Per Daniel Atterbom, Karl Baedeker, Otto von Bismarck, Gebhard Leberecht Blücher, Johannes Bugenhagen, Adalbert von Chamisso, Daniel Chodowiecki, Alfred Döblin, Marion Gräfin Dönhoff, Eduard Duller, Hans Fallada, Theodor Fontane, Friedrich den Großen, König Friedrich Wilhelm I., Caspar David Friedrich, Heinrich George, J. G. Th. Grässe, Hans Hoffmann, Ricarda Huch, Wilhelm Jensen, Thomas Kantzow, Ewald Christian von Kleist, August Kopisch, Wolfgang Koeppen, Theodor Körner, Christian Graf von Krockow, Heinrich Laube, Hermann Löns, Carl Loewe, Joachim Nettelbeck, Robert Prutz, Karl Wilhelm Ramler, Fritz Reuter, Hans Werner Richter, Friedrich Rückert, Philipp Otto Runge, Karl Friedrich Schinkel, Carl Ludwig Schleich, Ehm Welk und Ernst Wichert.
Die Einzelbeiträge, die große Ereignisse aus der Zeit der Christianisierung und der Reformation, aus dem Dreißigjährigen und dem Siebenjährigen Krieg, unter der Herrschaft des Großen Kurfürsten und der Friedrichs des Großen schildern, werden im Anhang ergänzt durch eine chronologische Übersicht über die Entwicklung des Landes von der Frühzeit bis zur Unterstellung unter polnische Verwaltung.
So entstand ein umfassendes Hausbuch besonderen Zuschnitts, das sich weder auf eine Zustandsbeschreibung in heutiger Sicht noch auf die Bestandsaufnahme einer bestimmten Epoche beschränkt, sondern in zeitgenössischen Berichten aus verschiedenen Jahrhunderten ein vielseitiges Bild vom früheren Leben im alten Pommern vermittelt.
